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„Wir danken Euch für Eure Solidarität“
Verwendung der Hochwasserspenden am Bajo Lempa 2012

„Wir danken Euch für Eure Solidarität … Wir wissen, dass viele von Euch nicht zu denen gehören, die im Überfluß leben. Ihr habt einen Teil Eures Einkommens abgegeben, unabhängig davon, ob Ihr die betroffenen Menschen persönlich kennt oder nicht … Dafür danken wir Euch im Namen der Familien am Bajo Lempa von Herzen. ...“

Diesen Brief hat die Greifswalder Weltladengruppe kürzlich aus El Salvador erhalten. Als im vergangenen Herbst die gesamte Region am Unterlauf des Lempa- Flusses in den Fluten versank, hat der Weltladen schnell reagiert und 5.000 Euro Katastrophenhilfe auf den Weg in das mittelamerikanische Land geschickt. Weitere 3.237,50 Euro, die von zahlreichen SpenderInnen seit Oktober bei uns eingingen, sind unterwegs. Wir danken Euch/ Ihnen für die schnelle und großzügige Unterstützung. Damit konnten wir nicht nur in einer akuten Notlage helfen. Die Anteilnahme aus Deutschland und aller Welt hat den vom Hochwasser betroffenen Menschen auch sehr viel Mut gemacht und ihnen das Gefühl gegeben, mit ihrer Not, Frustration und Ohnmacht nicht allein zu sein.

Alle Spenden werden vor Ort von der Organisation ACUDESBAL (Vereinigte Gemeinden des Bajo Lempa) verwaltet. ACUDESBAL hat dringend benötigte Lebensmittel und Materialien sowie Saatgut und Dünger angeschafft und deren Verteilung in den Gemeinden organisiert. Von den 5.000 € aus Greifswald wurden u.a. Mais, Reis, Bohnen, Milchpulver und Trinkwasser finanziert. „Unser größtes Problem war der Nahrungsmangel, so dass unsere Organisation entschied, von dem Geld Lebensmittel für die betroffenen Familien zu kaufen. Mit dem Projekt konnten 114 Familien aus fünf Gemeinden unterstützt werden.“ Auch von anderen Solidaritätsgruppen aus aller Welt gingen Spenden ein, mit deren Hilfe ACUDESBAL die Versorgung von insgesamt 1.944 Familien aus 29 Gemeinden am Bajo Lempa über 2 Monate sicherstellen konnte.

Verteilung der Hilfsgüter am Unterlauf des Lempas/ El Salvador
Verteilung der Hilfsgüter am Unterlauf des Lempas/ El Salvador

Wie aus jüngsten Berichten hervorgeht, scheint die Ernährungssituation in der Region nach wie vor schwierig zu sein, obwohl inzwischen eine Maisernte eingebracht wurde. ACUDESBAL versucht die Menschen dabei zu unterstützen, ihre Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten und Abhängigkeiten zu verringern. Dazu gehören z.B. die Verwendung von einheimischem Saatgut und organischem Dünger. Außerdem wird auf den Anbau von Grundnahrungsmitteln und Gemüse gesetzt.
ACUDESBAL sucht auch auf politischer Ebene nach Lösungen. So ist es der NRO gelungen, einen Runden Tisch zu initiieren, an dem mit politischen Entscheidungsträgern über die Instandsetzung der Deiche und Drainagen am Unterlauf des Stromes verhandelt wird. Denn ohne diese Maßnahmen können die Menschen so nachhaltig wirtschaften wie sie wollen – vor den immer wiederkehrenden Überflutungen wird sie das nicht schützen.

Lesen Sie in unserem Archiv von den Überschwemmungen in El Salvador.