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Bergbau verhindern, Menschenrechte schützen!

Die Menschen in der einzigartigen Nebelwaldregion „Intag“ in Ecuador haben sich seit Jahrzehnten erfolgreich gegen zerstörerische Bergbauvorhaben gewehrt. Jetzt müssen sie erneut um ihre Lebensgrundlage fürchten. Die ecuadorianische Regierung macht nun gemeinsame Sache mit dem chilenischen Staatsbergbaugiganten CODELCO. Die ersten Bergbauaktivitäten zeigen, dass die Ausbeutung der Kupfervorkommen unter Intags Nebelwald kurz bevor steht.

Seit dem 12. Januar 2012 ist das chilenische Unternehmen CODELCO illegaler Weise in der Region und hat mit der Durchführung explorativer Tätigkeiten begonnen. Die Menschen vor Ort wurden ein weiteres Mal unrechtmäßig übergangen. Die in der ecuadorianischen Verfassung festgeschriebenen Grundrechte werden erneut bewusst und systematisch missachtet.

Die BewohnerInnen des Intag- Tales leisteten nicht nur immer wieder friedlich Widerstand gegen internationale Bergbauunternehmen und von ihnen begangene Menschenrechtsverletzungen, sondern haben es auch geschafft, nachhaltige ökonomische, soziale und ökologische Alternativen für ihre Region zu entwickeln, wie zum Beispiel gemeindebasierter Tourismus und Kaffeeanbau. Das alles ist nun massiv bedroht.

Denn nun ist das Kräfteverhältnis verschoben: Die ecuadorianische Regierung selbst will an das Kupfer. Erst im Oktober sorgte ecuadorianische Militärpräsenz in der Region für Aufregung. War das ein Vorbote für Einschüchterungsversuche? Auch aktuell ist das Militär wieder präsent - mit der vorgeschobenen Aufgabe, Diebstähle aufzuklären. In Wirklichkeit geht es darum, die Bergbauaktivitäten des Unternehmens abzusichern sowie Menschen- und Naturrechtsbeobachtungen zu verhindern.

In aller Öffentlichkeit äußern die Menschen der Region ihre großen Bedenken hinsichtlich der sich anbahnenden Bergbauentwicklung. Mit diesem noch vermeidbaren Bergbauprojekt im Intag droht der Tagebergbau in ganz Ecuador seinen Anfang zu nehmen. Bis heute ist Ecuador das einzige Land der Anden, welches keinen groß angelegten und zerstörerischen Tagebergbau betreibt. Die Menschen Intags bitten uns zu helfen, diese Entwicklung mit aufzuhalten.

Hinsichtlich der abzusehenden gewaltigen negativen Folgen für Mensch und Natur sprechen auch wir, der Greifswalder Weltladen, unsere große Besorgnis über diese Situation aus und schließen uns den öffentlichen Erklärungen von Rettet den Regenwald e.V., von Yap-cfd (Youth Action for Peace) und vom Intag e.V. und Freundeskreis an (siehe: http://intag-ev.de/de/node/510).

Ihre Unterstützung zählt!

Viele aktive Inteños und Inteñas tun sich verstärkt zusammen, um die Kampagne gegen den Raubbau an ihrem Land zu führen. Informationsveranstaltungen organisieren und abhalten, Material erstellen, vervielfältigen und verteilen, sich mit Engagierten in anderen Ländern und Regionen vernetzen usw. – das alles kostet die Betroffenen Geld. Entscheidend ist jetzt zudem juristische Unterstützung, um (Verfassungs-) Beschwerden einzureichen und einstweilige Verfügungen gegen das Vorgehen von CODELCO zu erwirken.

Jede Spende trägt dazu bei, die Rechte der Menschen auf freie Information und Selbstbestimmung sowie deren Lebensgrundlagen zu wahren und diesen grünen Fleck Erde und seine außergewöhnliche Artenvielfalt zu erhalten!

Bankverbindung:
Intag e.V.
Kto. 4028530300 / GLS Gemeinschaftsbank Bochum (BLZ 43060967)
Stichwort: „Menschenrechte"
(Bei Angabe Ihrer Adresse auf der Überweisung stellt Intag e.V. gern eine Spendenbescheinigung aus.)

Auch (gebrauchte) Digitalkameras (mit Videofunktion) sind willkommen für die Dokumentation der Geschehnisse. Falls Sie ein solches Gerät spenden möchten, wäre das ausgezeichnet (bitte Kontakt aufnehmen mit info@intag-ev.de oder mit Andreas Postrach unter Tel.: 0176-23 97 57 03).

Internet

Ökologischer Hotspot / Gemeindewald von Junín / Region Intag Übergriff von Paramilitärs auf die lokalen Bauern, deren Frauen und Kinder (2006)