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Kaffee aus Intag (Ecuador) nicht erhältlich

Kaffeeanbau ist eine der wirtschaftlichen Aktivitäten, um ohne Tagebergbau in Intag das Leben zu verbessern. Warum der Kaffee nicht mehr lieferbar ist, ist uns unbekannt. Hier Hintergrundinformationen zur Situation in Intag.

„Im April 2014 inhaftierte die Polizei Javier Ramirez, damals Präsident der Gemeinde Junín. Sie beschuldigten ihn - nachweislich zu Unrecht - während einer Konfrontation zwischen Gemeindemitgliedern und ENAMI- Angestellten (ENAMI ist die staatliche Bergbaugesellschaft Ecuadors) einen Mitarbeiter des Unternehmens geschlagen zu haben. Gemeinsam mit seinem Bruder Victor Hugo wurde Javier Ramirez des Aufstands beschuldigt. Javier wurde ins Gefängnis gesperrt … Trotz gegensätzlicher Beweise befand das Gericht die Aussagen der Regierung gegen Javier Ramírez für wahr. Javier verbrachte bis zum Gerichtsentscheid zehn Monate in einem überfüllten Gefängnis“ 1, bis er im Februar 2015 endlich freigelassen wurde. Sein Bruder wurde nicht festgenommen, aber die Anklage steht weiterhin und er lebt in ständiger Unsicherheit, verhaftet zu werden.

„Die meisten Intag-Bewohner nahmen an, dass man durch die Verhaftung von Javier einen der aktivsten Bergbaugegner ausschalten und gleichzeitig ein Klima der Angst und Einschüchterung schaffen wollte. Diese Auffassung erhärtete sich, als einen Monat später einige Hundert Spezialeinsatzkräfte der Polizei in die Region stürmten und sich Zugang zum Bergbaugebiet erzwangen. Es wird vermutet, dass sie eine Handvoll Techniker begleiten sollten, die Proben entnahmen und die Umweltverträglichkeitsstudie fertig stellten. …

Nach Genehmigung der Studie im Januar 2015 besetzten ENAMI und CODELCO (chilenischer Kupferbergbau-Konzern) unrechtmäßig Teile des Gemeindeschutzwaldes von Junín und sie stellten eine jahrzehntelang stillgelegte Straße wieder her, um schweres Gerät für Bohrarbeiten in den Primärregenwald transportieren zu können. Der Tourismus brach ein. … Im Mai 2015 begannen Probebohrungen, die drei bis vier Jahre dauern könnten. Falls die Ergebnisse der Untersuchungen die Existenz eines ertragreichen Kupfervorkommens bestätigen sollten, und falls die Gemeinden den Abbau erlauben sollten, so wird die nächste Phase die Ausbeutung sein. …“ 1

Die Explorationsarbeiten im Gemeindeschutzwald schreiten offenbar weiter voran. Vor einiger Zeit errichteten Einwohner Juníns und der umliegenden Gemeinden eine Straßensperre. Sie war mit Forderungen in Bezug auf den schlechten Zustand der Zufahrtsstraße verbunden, der durch das hohe Verkehrsaufkommen der Fahrzeuge von ENAMI verursacht wird. Nach dieser Protestaktion waren viele Bewohner neu motiviert, den Druck und den Widerstand gegen ENAMI zu verstärken. Der Schwerpunkt ist die Organisation zwischen den umliegenden Gemeinden. Auch auf Seiten der Projektbeführworter gibt es eine relativ große Gruppe von Leuten, die sehr unzufrieden sind, weil viele der Versprechen, die ENAMI und die Behörden geleistet haben, bis jetzt noch nicht erfüllt sind, z.B. der Bau einer “Escuela del Milenio”, ein Krankenhaus und eine Polizeistation. Es ist ein sehr guter Moment, damit der Gemeinderat wieder an Stärke und Präsenz gewinnt.

Quellen:

Mai 2015: Carlos Zorrilla berichtet über ein Thema, das die Intag-Region seit langem beschäftigt, siehe http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/regenwaldverein/nachrichten/intag-berichte-61201.html

Protestschreiben an den Präsidenten, die Minister und Abgeordneten Ecuadors sowie an die Justizbehörden Ecuadors und an die Behörden des Kantons Cotacachi und der Intag-Region, verfasst von Intag e.V. am 22. April 2014, siehe http://intag-ev.de/de/node/18369

Email des Intag e.V. an unseren Verein vom 07.10.2015